Urban Art und Pop Art | Galerie Kronsbein
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Urban Art und Pop Art | Galerie Kronsbein

Galerie Kronsbein macht von Dienstag, den 1. August bis Dienstag, den 29. August 2017 Sommerpause.

ART.FAIR 2016 (27.10.2016 - 30.10.2016)

Informationen zur Messe

Banksy – King of Urban Art @ ART.FAIR COLOGNE
Galerie Kronsbein Halle 2 Stand CO2 – 27. - 30. Oktober 2016

Mit der Präsentation „Banksy – King of Urban Art“ stellt die Galerie Kronsbein, München, erstmals bei der ART.FAIR in Köln aus. Die 47 Werke der privaten Sammlung von Galerist und Kunstsammler Dirk G. Kronsbein wurden von April bis September 2016 in der Münchner Galerie als reine Museumsausstellung gezeigt. In Köln werden die Banksy Werke zum Verkauf stehen, darunter bekannte Motive wie „Girl with Balloon“, „Toxic Mary Double“ und „Choose Your Weapon“.
Banksy & seine Werke:
Banksy ist eine Marke. Jeder kennt seine Bilder, die er lässig bei Nacht und Nebel sprüht. Wer sich wirklich hinter dieser längst hochgehandelten Kunst verbirgt, weiß man nicht. Wurde der große Unbekannte früher von Polizisten und Putzkolonnen verfolgt, sind es jetzt die Sammler.
In der Ausstellung treffen ausgesuchte Originale und Editionen in einer reizvollen Mischung aufeinander. Da wären zum einen – man darf ruhig sagen – Ikonen wie die Gangster- oder „Paparazzi Rat“, aber auch die Hommage an den großen Vorgänger Keith Haring und dessen Hund unter dem Titel „Choose Your Weapon“. Zum anderen werden komplexere Arbeiten zu sehen sein wie die beiden Versionen von „Toxic Mary“, die den Jesusknaben mit einem Fläschchen füttert, auf dem ein Totenkopf pappt (in der Ausstellung wird ein Original gezeigt).
Das ist typisch Banksy - der Street-Art-Hero kennt keine Tabus. Die Queen – und das kommt im Vereinigten Königreich der Gotteslästerung gleich – erscheint in der Ausstellung als Schimpansendame im royalen Ornat und zur Abwechslung mit Ziggy-Stardust-Blitz über dem Antlitz. Auf einer gut sichtbaren Fassade knutschen zwei Bobbys und Premierminister Winston Churchill muss sich eine giftgrüne Irokesenbürste gefallen lassen, die wie ein Staublappen über seiner erhöhten Stirn liegt. Man hört förmlich die näselnden Proteste distinguierter Gentlemen aus den diversen Londoner Clubs.
Das öffentliche Ärgernis war mit solchen Stencils (Schablonenbilder) perfekt, und doch haben sich die Briten amüsiert. Königlich. Denn Banksy liefert keine plumpen Demontagen, was er anzumerken hat, ist herrlich ironisch, raffiniert, oft genug scharfsinnig auf den Punkt gebracht. Zwischendurch gibt es dann aber auch wieder so wunderbar poetische Szenen wie das Girl „Nola“, von deren Schirm pinkfarbener bis gelber Regen fällt – Kronsbein präsentiert hier einen Artist's Proof. Doch natürlich geht es bei vielen der bis ins Detail ausgeklügelten Sprayaktionen um soziale Ungerechtigkeit – da ist Banksy eine moderne Mischung aus Robin Hood und Zorro –, um Gewalt und Waffenwahnsinn. Für den steht in der Ausstellung übrigens ein Elefant mit mächtiger Rakete auf dem Rücken („Heavy Weaponry“).
Und da wir mit dieser Symbolik schon fast im Krieg sind: Vor fast zehn Jahren hat die in der israelischen Westbank entstandene Arbeit „Donkey Documents“ nicht nur im Nahen Osten für Diskussionsstoff gesorgt. Denn sie führt einen Soldaten mit Maschinengewehr vor Augen, der die Ausweisdokumente eines Esels kontrolliert. Das Bild ist ein Paradebeispiel für Banksys subversiven Humor, der zugleich in tiefen Empfindlichkeiten rührt und ein jahrzehntelanges Politikum mit einfachen Figuren und einem simplen Sachverhalt aufs Tableau bringt.
Genau das macht die Qualität des Guerillasprayers aus. Deshalb sind Kunstagenten und potente Sammler hinter seinen Stencils her. Es verwundert nicht, dass zu diesem Zirkel auch Hollywoodstars gehören, wie Leo DiCaprio („Titanic“ bis „The Revenant“) und das Powerpaar Angelina Jolie und Brad Pitt, wobei letzterer sich regelmäßig auf der Art Basel blicken lässt. Oder Coldplay-Frontmann Chris Martin, der bei einer Auktion von Banksys geradezu romantischem „Herz-Ballon“-Mädchen Bette Midler und Kevin Bacon eiskalt aus dem Rennen warf. Dann wäre da noch Model-Elfe Kate Moss, die nicht nur Banksys sammelt, sondern vom Meister als Marilyn Monroe à la Andy Warhol verewigt wurde („Girl with Balloon“ und „Kate Moss“ werden in der Kronsbein Ausstellung zu sehen sein).
Man könnte die Reihe endlos fortführen, und auch Künstlerkollegen greifen gerne zu, wenn sich die Chance bietet. Damien Hirst war nicht nur von Anfang an überzeugt, dass Banksy „ein ganz Großer“ ist. Der Mann, der durch einen in Formaldehyd eingelegten Haifisch schillernde Berühmtheit erlangt hat, besitzt mit „Napalm“ eines der härtesten Werke Banksys: Mickey Mouse und Ronald McDonald führen darauf das schreiende nackte Mädchen Kim Phuc ab, das 1972 bei einem Bombenabwurf im Vietnamkrieg schwerste Verbrennungen erlitten hat.
Aber was weiß man nun über diesen Master of Urban Art? Eigentlich nur, dass er um die 40 sein muss und aus Bristol stammt. Wenn Fotos vom angeblich echten Banksy auftauchen, folgt sofort das Dementi. Und immer wieder kommt die Vermutung auf, dass es sich nicht um einen einzelnen Akteur, sondern um ein Künstlerkollektiv handelt. Das würde zumindest die inzwischen weltweiten Einsätze erklären.
Eindeutig ist dagegen Banksys soziale wie politische Haltung. Und die reicht über seine Stencils hinaus. Einem in Finanznot geratenen Jugendclub seiner Heimatstadt vermachte er das Bild „Mobile Lovers“. Das Liebespaar, das bei der Umarmung aufs jeweilige Smartphone schaut, soll dem Sportclub eine sechsstellige Summe eingebracht haben. Damit können junge Leute in Bristol nun weiterhin boxen – was Banksy wahrscheinlich auch hier getan hat.
Schließlich demonstriert gerade das Mysterium Banksy, dass der Weg zum Erfolg nicht immer über die komfortabelsten Straßen führt und selbst das kurioseste Konzept funktionieren kann. Jüngstes Beispiel wäre die gruselig-böse Trash-Version eines Freizeitparks im tristen englischen Ferienort Weston-super-Mare: „Dismaland“ zog in nur fünf Wochen rund 150 000 Besucher an, die begrenzten Kartenkontingente waren dauernd ausverkauft und brachten der Stadt 27 Millionen Euro ein. Das muss Banksy auch erst einer nachmachen.
Die Galerie Kronsbein
Die Galerie Kronsbein ist das Ergebnis einer lebenslangen Leidenschaft. Mitten in München an der Maximilianstraße hat der erfolgreiche Unternehmer und Kunstmäzen Dirk G. Kronsbein seinen privaten Kunstsalon 2009 in eine professionelle Plattform verwandelt. Unter dem Titel ArtConsult avancierte dieser Ort der Begegnung und des intensiven Austauschs schnell zu einer Top-Adresse für die Moderne sowie die zeitgenössische Kunst mit den Schwerpunkten Pop Art, ZERO und Urban Art. Dem Wechsel an die nahe Wurzerstraße im Jahr 2013 folgte alsbald die Umbenennung in die Galerie Kronsbein.